Technik
Fahren in der Gruppe - Wichtige Grundregeln
Das Fahren in einer Gruppe bedeutet, mit sehr geringen Abständen zu fahren. Insbesondere bei höheren Geschwindigkeiten ist das mit Unfallrisiken verbunden, wenn nicht alle Beteiligten die nachstehenden Grundregeln beachten:
- Die von der Gruppe gewählte Fahrgeschwindigkeit sollte grundsätzlich kontinuierlich beibehalten werden. Erhöhungen oder Reduzierungen des Tempos sollten (abgesehen von nicht vorhersehbaren Notfällen) niemals abrupt geschehen. Beim Auftauchen von Hindernissen (z.B. parkende Autos), Verschmutzungen auf und Schäden an den Wegen oder beim Heranfahren an Vorfahrtstraßen ist es die Aufgabe der Führenden, frühzeitige klar verständliche Zeichen zu geben oder Ansagen zu machen, damit sich alle Teilnehmer/-innen der Gruppe rechtzeitig auf die Ausweichmanöver, die Temporeduzierung oder das Anhalten einstellen können. Die Führenden haben in diesem Zusammenhang eine große Verantwortung für die Gruppe, weil sie einen freien Blick nach vorn haben und die hinter ihnen Fahrenden, die in erster Linie Rückenpartien und Hinterräder vor Augen haben, sich auf diese Ansagen verlassen.
- Beim Heranfahren an parkende Autos oder langsamere Verkehrsteilnehmer hat es sich bewährt, dass die Führenden rechtzeitig durch Handzeichen (die Hand zeigt auf dem Rücken an, in welche Richtung die Gruppe leicht versetzen muss) darauf hinweisen. Diese Handzeichen werden innerhalb der Gruppe bis nach hinten weitergegeben. Auf engen Straßen oder Wegen gilt diese Anzeigepflicht auch bei entgegenkommenden Verkehrsteilnehmern.
- Beim Fahren in einer Gruppe ist es (nicht nur bei uns) üblich, dass man untereinander auch mal einige Worte wechselt oder auch hin und wieder den Blick auf die Landschaft wirft. Dabei muss allerdings unbedingt beachtet werden, dass man seine Fahrspur zuverlässig einhält und keinen unerwarteten Tempowechsel durchführt, denn alle Gruppenteilnehmerinnen und -teilnehmer müssen sich darauf verlassen können, dass jede und jeder diese aus Sicherheitsgründen unbedingt erforderliche Fahrdisziplin ernst nimmt und einhält. Und diese Aufmerksamkeit dient ja nicht nur dem Schutz der Gruppe insgesamt, sondern auch der eigenen Sicherheit.
- Beim Annähern an (scharfe) Kurven sollte das Tempo angemessen reduziert werden, damit die Gruppe problemlos durch die Kurve rollen kann. Nach dem Durchfahren der Kurve sollen die vorne Fahrenden nicht aus dem Sattel gehen und das Tempo erhöhen, weil das die Gruppe im Regelfall schnell auseinanderreißt. Das neue Formieren kostet für die hinten Fahrenden nicht nur Kraft, sondern bringt auch eine nicht gewünschte Unruhe in die Gruppe. Insbesondere noch nicht so gut trainierte Radlerinnen und Radler bekommen durch das wiederholte Heranfahren an die Gruppe schnell konditionelle Probleme.
- Da das Wechseln innerhalb der Gruppe immer eine gewisse "Unruhe" mit sich bringt, sollte nicht unmittelbar nach Kurven oder Abzweigungen gewechselt werden, sondern erst dann, wenn die Gruppe sich in Geradeausfahrt wieder richtig und ruhig formiert hat.
- Nicht nur Neugier ist der Grund, dass man sich beim Gruppenfahren auch mal umsehen möchte, um zu prüfen, ob auch alle noch "gut dabei sind" - vielleicht ist es ja auch der Partner oder die Partnerin, bei dem oder der man mal prüfen möchte, wie sein bzw. ihr Gesichtsausdruck ist. Beim Fahren in einer Doppelreihe ist beim Umdrehen unbedingt zu beachten, dass man sich mit der dem Nebenmann/der Nebenfrau zugewandten Hand auf dessen/deren Schulter abstützt. Damit erhält man die nötige Stabilität, um auch beim Blick nach hinten die eigene Fahrspur halten zu können. Wenn man sich nicht so abstützt, hat man kaum noch die Möglichkeit, sicher geradeaus zu fahren. Dass man durch ein derartiges "Schlingern" andere Gruppenfahrerinnen und -fahrer in Schwierigkeiten bringt, versteht sich wohl von selbst.
- Es gibt Situationen, bei der eine in Doppelreihe fahrende Gruppe sich in eine "Einerformation" umorganisieren muss (unsere beliebte Überfahrt über den Kanal zwischen Drakenburg und Buchhorst ist dafür das beste Beispiel). Für unsere "Gruppo 25" sollten wir deshalb die folgende Regelung beachten, damit es aus Missverständnissen heraus nicht zu Gefährdungen kommt: Von den Zweierteams wechselt immer der bzw. die links Fahrende nach rechts und setzt sich vor seinen bzw. ihre Partner/-in. Wenn sich daran jede und jeder hält, dürfte es zukünftig bei der Umgruppierung von einer Doppel- auf eine Einerreihe keine Probleme geben.
Die Organisatoren der "Gruppo 25" wollen mit diesen Hinweisen nicht "oberlehrerhaft" wirken, sondern allein die Sorge um die Sicherheit bei den Gruppenfahrten gibt die Veranlassung, auf diese Verhaltensweisen deutlich hinzuweisen. Letztlich geht es um die Sicherheit von allen radsportbegeisterten Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Stürze beim Gruppenfahren sind nicht nur schmerzhaft, sondern sie können auch fatale und schlimme Folgen haben. Ganz auszuschließen sind Unfälle bei diesem Sport natürlich nicht, aber es soll zumindest versucht werden, durch die hier aufgelisteten Ratschläge die grundsätzlich vorhandenen Gefahren zu verhindern bzw. zu minimieren. Also: diszipliniertes Fahren in einer Gruppe ist ungemein wichtig für das eigene Wohlergehen, aber auch für die Unversehrtheit der Sportfreundinnen und - freunde
(gh)