| Liegerad - eine neue Leidenschaft? |
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Da sind sie wieder, diese lästigen Rückenschmerzen und eingeschlafenden Hände, die Nackenschmerzen und vor allem diese Sitzprobleme. Dabei könnte Radfahren doch eigentlich eine ganz entspannte Angelegenheit sein, denke ich mir so oft des Abends nach einer mehr oder weniger stressigen Rennrad- oder Mountainbiketour. Aber da soll es ja eine Lösung geben, meint zumindest der Rüdiger. Der kann nämlich auch nicht entspannt auf einem normalen Fahrradsattel sitzen und hat sich kurzerhand zwei Liegeräder zugelegt. Eins mit drei Rädern, kurz genannt Trike, und ein richtiges Liegerad. Und da der Rüdiger richtig nett ist, hat er mich auf eine Testfahrt auf seinem richtigen Liegerad eingeladen. Diese Gelegenheit konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und einige Tage später startete dann das Abenteuer Liegeradtestfahrt. Um es kurz zu machen: Ich habe mich nicht auf die Schnauze gelegt, dem Liegerad geht es auch ganz gut und mein Interesse war endgültig geweckt. Rüdigers Plan war somit endgültig aufgegangen, es gab einen neuen Liegerad infizierten. Allerdings ist die Beschaffung eines Liegerades hier im Nienburger Land nicht ganz unproblematisch, die Dinger stehen ja nicht so einfach im Fahrradladen rum. Aber auch da hat der Rüdiger eine Lösung parat: Er hat seine Teile vom Liegerad-Guru Jan Cordes aus Uelzen, der hier in Norddeutschland zu den Großen der Liegeradszene gehört, obwohl er immer alles klein schreibt. Und eben dieser Jan Cordes bietet mehrere, über das ganze Jahr verteilte, kostenlose Termine für Liegeradausfahrten an, an denen der Interessierte dann im Rahmen einer gut organisierten Tour verschiedene Modelle testen und begutachten kann. Letzten Samstag war es denn soweit. Rüdiger und ich reisen in das 120 Kilometer entfernte Uelzen – wir haben dort um 13:30 Uhr einen Termin für eine der kostenlosen Ausfahrten des Meisters Cordes. Im kleinen, aber feinen Laden angekommen, geht es nach einer kurzen theoretischen Einführung auch gleich zur Sache. Eine Eingewöhnungsrunde ums Karree dient der ersten Kontaktaufnahme zum neuen Sportgerät und nach einer weiteren Runde um den Laden geht es dann los. Raus aus der Stadt und auf einen kurvigen Radweg entlang einer wenig befahrenen Bundesstraße.
Die anfängliche Unsicherheit weicht schnell und der Spaß ist den Probanden deutlich anzumerken. Insgesamt legen wir an diesem Nachmittag ca. 33 Kilometer auf den Liegerädern der Marken HP Velotechnik und Flux zurück, wobei Jan auf der Tour mehrere Male die Möglichkeit eines Rädertausches anbietet, um uns Einsteigern die unterschiedlichen Konzepte hinsichtlich Sitzposition, Schalttechnik und Fahreigenschaften aufzuzeigen.
Nach gut zwei Stunden lautet mein Fazit: Der Liegerad-Virus hat mich richtig erwischt und allen anderen Interessierten kann ich nur zu so einer ausgiebigen Probefahrt raten. Vielen Dank an Jan Cordes für seine kompetenten Einführungstipps und die Bereitstellung der Testräder. Bedanken muss ich mich wohl auch beim Rüdiger, denn der ist maßgeblich an der Entdeckung meiner neuen Leidenschaft beteiligt. Bis zum nächsten Jahr dann – und natürlich auf einem Liegerad… Nienburg, den 20.08.2006 Fotostrecke
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